Sehnsucht

„Steck deine Kraft ins Heute. Lebe in der Gegenwart, lass die Vergangenheit los!“

– Rußpelz in Warrior Cats – Vor dem Sturm

 

Hey!

Vor ein paar Jahren habe ich eine kurze Geschichte verfasst, angelehnt an die Fantasy-Romanreihe „Warrior Cats“ von Erin Hunter, die ich hier nun gerne teilen möchte.
Viel Spaß beim Lesen!

Anni

 


 

Sehnsucht

 

-Stille-
Sie wachte auf.
Ihre Augen waren verschwommen.
Eine Träne lief heraus.
Sie versuchte aufzustehen. Es schmerzte.
Langsam wurde sie größer. Mit zittrigen, wackeligen Beinen stand sie da.
Blut lief aus ihrem Ohr. Es war zerrissen.
Sie taumelte. 

Die vertrauten Gerüche waren verschwunden. Fremdgerüche.

Alles war ein Traum. Ein seltsamer Traum.
Das Rauschen der Blätter flüsterte ihr die Realität.
Sie schaute sich um. Die Lichtung wirkte kalt. Eine zerrissene Seele.
Ihre Augen weiteten sich. Ihr Blick wurde kalt. Gläserne Augen. 

Langsamen Schrittes tapste sie Richtung Mitte. Ihr schien es, als würde sie auf einer Stelle stehen, es dauerte…

Ihr Herz wurde schneller – mit jedem Schritt, den sie machte.
Sie schien wie eine Hülle… geistlos.
Ihr Atem hing in der Luft.

Schritt für Schritt näherte sie sich.
Dort lag er. Seine Augen waren geöffnet. Starr und erweitert. Er atmete noch.
Sie presste sich mit ihrem Körper an seinen.
Ihr grau-weißes Fell zusammen mit seinem feurig roten Fell wirkte zeitlos.
Sein Atem wurde schwächer – ein letztes Mal atmete er aus. Dann stoppte er.
Sie schloss seine Augen mit ihrer Pfote.
Ein letztes Mal presste sie ihre warme Flanke an seinen kalten Körper. 

Inzwischen versammelten sich auch die anderen Katzen aus dem Clan auf der Lichtung.
Sie bildeten einen Kreis um den leblosen Körper. Samtpfote realisierte, was passiert war. Sie stand wie angewurzelt da und starrte auf ihren Bruder. Feuerherz war älter als sie, aber er hatte ihr alles beigebracht. Und nun war er da oben – im Katzenhimmel. 

Vorsichtig drehte sie sich um.
Samtpfote kam sich vor wie ein Ausstellungsstück. Alle Augen waren auf sie und auf ihren Bruder, ihren toten Bruder, gerichtet. 

Sie schlich durch die Menge. Alle redeten aufgeregt durcheinander aber ihr kam es so vor, als wäre Totenstille.
Sie zog sich in eine Ecke hinter dem hohlen Baumstamm zurück.
Erst nach einiger Zeit wurde ihr klar, was wirklich passiert war.

Einen Tag zuvor

„Feuerherz!“, rief Samtpfote aufgeregt. Der Blick ihres Bruders und Mentors drehte sich  in ihre Richtung. „Samtpfote! Wie war das Training mit Graustreif?“. Noch bevor Feuerherz diese Worte zu Ende sprechen konnte, platzte Samtpfote mit ihren Neuigkeiten heraus: „Es war so toll! Wir durften jagen! Ich habe eine Maus gefangen!“.
Ihr letzter Satz war so laut, dass er über die ganze Lichtung zu hören war.
Schon kam Moorkralle auf Feuerherz zugetrottet. Feuerherz konnte die Verabscheuung spüren und es lief ihm eiskalt den Rücken hinunter.
Moorkralle fing an zu spotten: „Deine kleine Schwester hat ja schon eine Maus gefangen! Es ist ja nicht so, dass andere Schüler schon ganze Eichhörnchen mitbringen.“

In Feuerherz stieg die Wut auf. „Geh und spiel mit den anderen“, zischte er Samtpfote entgegen. Diese wollte noch protestieren aber die Augen der beiden Krieger machten ihr Angst.

„Was fällt dir ein dich über meine kleine Schwester lustig zu machen?!“, begann Feuerherz den Kampf. „Ach ja? Du als ihr Mentor hättest ihr schon viel mehr beibringen können!“, kam es von Moorkralle zurück.
Jetzt wurde Feuerherz sauer: „Sie ist erst einen Mond lang eine Schülerin! Sie hat außerordentlich viel Talent und überaus gute Chancen früher Kriegerin zu werden als so mache anderen!“, zischte er. Seine spitzen, messerscharfen Vorderzähne waren deutlich zu sehen.

Samtpfote war der Streit zu blöd und das Spielen mit ihren Freunden auf Dauer zu langweilig. Sie schlenderte mit ihrem besten Freund Rabenpfote über die Lichtung zum Futterhaufen. Sie teilten sich die Maus, die Samtpfote allein gefangen hatte.
In ihrem Bau kuschelten sich Rabenpfote und Samtpfote ganz nah aneinander. Sie war viel zu müde, um über den Tag nachzudenken.

Samtpfote wurde von Schreien und Rufen aus dem Schlaf gerissen. Sie schreckte hoch. Was war das?

Samtpfote schlich langsam zum Eingang vom Bau. Ihr Herz klopfte immer schneller.
Plötzlich blieb sie stehen.
Der Geruch, der ihre Nase füllte, war ihr fremd.

Samtpfote spürte einen Atem in ihrem Nacken. Ihre Beine wurden weich. Dann verkleinerte sie ihre Augen zu Schlitzen. Samtpfote fuhr schlagartig herum. Sie landete in der Kampfstellung. Ihr gegenüber stand:
– Rabenpfote.

„Samtpfote, was ist los? Was hast du vor?“, fragte er.
„Riechst du das?“, fragte Samtpfote, „hörst du das? Ich muss wissen, was da los ist!“.
Draußen ging gerade die Sonne auf und das Licht tauchte die Lichtung in eine friedliche Stimmung.
Was sich darauf abspielte war jedoch überhaupt nicht friedlich…
Samtpfote bewegte sich Pfote für Pfote hinaus. Rabenpfote protestierte hinter ihr, aber sie ignorierte ihn.
Sie konnte nicht viel erkennen, aber was sie sehen konnte, war mehr als schrecklich! Samtpfote konnte ein paar Katzen des Nebelclans erkennen, die mit ihrem Clan, dem Donnerclan, kämpften. Unter ihnen war Feuerherz. Samtpfote war entsetzt. Sie wusste, was zu tun war.
Samtpfote blickte auf den Baumstamm. Sie flitzte um die Ecke und huschte blitzschnell in den Baumstamm. Durch das kleine Loch an der Seite konnte sie den besten Moment abpassen um in Richtung Bau der Anführerin zu laufen.
Sie schlüpfte hinein und erblickte…
…niemanden?!
Langsam schlich Samtpfote wieder zum Eingang. Durch den Augenwinkel konnte Samtpfote ihre Anführerin Blaustern auf der Lichtung und kämpfen sehen. Sie hatte gerade einen Angreifer in die Flucht geschlagen.
Voller Entsetzen konnte Samtpfote erkennen, wie ihr Bruder Feuerherz in der Klemme steckte.
Eigentlich sollen Schüler immer im Bau bleiben, aber sie konnte nicht anders! Sie rannte über die Lichtung auf Feuerherz zu. Samtpfote sprang einem weißen Angreifer auf den Rücken und fing an seinen Nacken mit ihren Reißzähnen zu bearbeiten. Dieser jaulte auf und fuhr herum. Er schlug seine Krallen in die Richtung der jungen Schülerin. Feuerherz fauchte sie noch an, dass sie zurück zu den anderen gehen soll, aber da erwischte der Krallenhieb schon ihr Ohr.
Es fing an sehr stark zu bluten und sie taumelte in eine Richtung. Alles was sie hören konnte bevor sie umfiel war ein vertrauter Schrei – ein Todesschrei!

 

Blaustern kam auf Samtpfote zugetrottet, die immer noch mit hängendem Kopf hinter dem Baumstamm saß.

Die anderen Katzen begannen bereits den Leichnam zu säubern. Auch Rabenpfote näherte sich schnellen Pfotes und ließ sich neben Samtpfote nieder. Er drückte tröstend seine Flanke an ihren Körper.
Ihr Körper war ganz kalt und leer.

Blaustern fing an zu reden: „Samtpfote…“. Sie machte eine Pause.
„Ich kann verstehen, dass du nun traurig bist und trauerst.“.

Samtpfote begann zu weinen. „Ich habe ihn geliebt. Ich hätte mehr kämpfen müssen. Ich hätte schneller sein müssen. Ich hätte ihm meine Liebe mehr zeigen sollen. Er ist doch mein Bruder“, miaute sie leise.
Blaustern fing an ihr die Stirn zu lecken. „Du bist sehr tapfer, Samtpfote! Du hast dich wie eine Kriegerin in die Schlacht gestürzt und versucht deinem Bruder zu helfen. Ich habe gesehen, wie du versucht hast mich aufzusuchen, Samtpfote. Ich bin sehr, sehr stolz auf dich! Du hast alles richtig gemacht!“.

Samtpfote blickte auf. „Danke, Blaustern! Das habe ich nur für Feuerherz getan!“. Rabenpfote wischte ihr die Tränen vom Gesicht.

„Ich werde dir ein paar Beruhigungskräuter holen“, sagte Blaustern. Sie machte sich auf den Weg zum Bau des Heilers.

Rabenpfote fing an sie zu säubern. Er ließ seine beste Freundin nicht im Stich. Nie.

Und von da an wusste Samtpfote: „Ich werde kämpfen! – Für meinen Bruder! Hörst du, Feuerherz? Ich habe dich verteidigt! Wie eine echte Kriegerin, die ich schon bald sein werde! Nur für dich, Feuerherz! Du bist mein Held!“.

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Ich sollte Glücklich sein

Ja, das sollte ich.
Ich habe doch gerade erst mein Abitur hinter mich gebracht und dies nicht gerade unerfolgreich aus neutraler Sicht.
Aus meiner subjektiven Sicht allerdings könnte es natürlich mal wieder besser sein.
„Das ist nicht perfekt, hättest du mal da was besser gemacht und dich hier anders ausgedrückt.“, schreit mein Kopf mich in den Momenten an, in denen ich an die Prüfungen und deren Ergebnisse denke.
Aber was ist schon perfekt? Vermutlich nichts. Hätte ich doch selbst bei voller Punktzahl vermutlich noch etwas zum verbessern meinerseits gefunden.

Ich habe jetzt erst einmal einiges an freier Zeit. Zumindest, bis dann das Studium, wenn ich denn dort genommen werde, los geht und ich wieder an mehr Pflichten gebunden bin als es in diesem Moment der Fall ist. Also ist es doch eine schöne Zeit, tun was man will, zumindest in den meisten Fällen und nicht lernen und entspannen. Eigentlich ja. Glücklich macht mich das allerdings trotzdem nicht.
Ich kann nicht abschalten, kann nicht entspannen. Mein Kopf denkt nur von Stressmoment zu Stressmoment. Was steht an? Was muss erledigt werden? Vor welchen „Terminen“ habe ich Angst? Wie viel Zeit ist noch bis dahin und was muss dafür getan und organisiert werden? Es bleibt mehr Zeit zum Nachdenken, an stressiges und angsteinflößendes, und mein Körper und mein Kopf kommen einfach nicht zur Ruhe.

Ich sollte Glücklich sein, aber ich bin es nicht.

Anni

Leere

Gerade ist wieder einer dieser Momente, in denen ich absolut nichts mit mir anzufangen weiß.
Innerlich macht sich eine Leere breit und ich merke, wie sich langsam die Antriebs- und Lust- und Freudlosigkeit über mich legt. Oftmals spüre ich es ganz genau, wenn diese Stimmungstiefs beginnen sich über mich zu legen. Das klingt vielleicht ein wenig absurd aber es fühlt sich tatsächlich so an, als lege sich etwas über einen. Eine Art Hülle oder Nebel.

Es gibt momentan zwar ein paar Sachen, die mich innerlich beschäftigen aber eigentlich sollte man meinen, dass es mir zur Zeit ganz gut gehen müsste. Ich habe jetzt die schriftlichen Abiturprüfungen hinter mir und somit mal wieder ein wenig Freizeit. Den Stimmungslöchern ist das aber offensichtlich ziemlich egal, denn diese kommen immer dann, wenn es ihnen passt und eine Regelmäßigkeit ist dahinter auch nicht zu erkennen.

Gerade wird wieder alles ziemlich anstrengend und jede Aktivität fühlt sich an, als wäre man vor dieser einen halben Marathon gelaufen. Oder zumindest fühlt es sich so an, als hätten die Hülle bzw. der Nebel ein Eigengewicht, welches dann mit auf einem drauf liegt.

Diese ganze Art und Weise, wie sich so etwas anfühlt, ist  ziemlich schwer in Worte zu fassen bzw. schwer es verständlich darzustellen. Auch zeigen sich diese Gefühle bei jedem Menschen anders. Bei Vielen zum Glück auch überhaupt nicht.

 

Mal im Vergleich ein recht kurzer Beitrag, es herrscht allerdings gerade absolute Leere gemischt mit ein wenig Angst in mir, auch in meinem Kopf ist absolute Leere und ich weiß gerade nicht, was ich noch schreiben soll.

Bis dann
Anni

Panik

Heute war mir morgens ein wenig flau, was bestimmten Umständen zu verschulden war. Heute standen zwei Klausuren an, direkt hintereinander. Deutsch war regulär angesetzt und dann war mir bewusst, dass ich vorher noch die Klausur in Englisch hinter mich zu bringen habe. Regulär wurde diese Klausur letzte Woche bereits geschrieben, da ich allerdings aufgrund von Krankheit krankgeschrieben war, stand nun das Nachschreiben an. Gut, ich habe mir den heutigen Tag dafür selbst ausgesucht. Mein Lehrer schrieb mir, ich könne mir aussuchen ob ich heute oder nächste Woche nachschreiben wolle aber dass ich das locker hinbekommen werde. Somit entschied ich mich bewusst für den heutigen Tag, auch wenn mir klar war, dass dann zwei Klausuren direkt hintereinander liegen werden. Der eigentliche Grund weshalb ich mich für den heutigen Tag entschied war der, dass ich die Klausuren dann alle zunächst weg habe bis das schriftliche Abitur ansteht und ich dann nächste Woche komplett freie Zeit habe um dafür zu lernen.
Diese Situation der zwei Klausuren hat mich allerdings scheinbar innerlich mehr gestresst als ich zunächst selber dachte. Dies hat sich an dem flauen Gefühl am heutigen Morgen gezeigt und ich meine mich daran zu erinnern von den beiden Werken, die in Englisch und Deutsch in der Klausur jeweils Thema sein sollten, geträumt zu haben. Somit schien es mich unterbewusst doch beschäftigt zu haben.

Darum soll es aber eigentlich überhaupt nicht gehen. Der eigentliche Grund dieses heutigen Blogbeitrags ist eine andere Situation des heutigen Tages, die ich irgendwie gerne loswerden möchte und somit wähle ich diesen Weg.

Ich stand pünktlich fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn vor dem Raum um die Englischklausur nachzuschreiben. Eigentlich hätte ich heute kein Englisch gehabt, denn heute wäre nur Unterricht für die Leute gewesen, die in Englisch ins schriftliche Abitur gehen. Da ich aber ja die Klausur nachschreiben wollte, fand ich mich nun also an diesem Ort wieder. Mich beunruhigte es bereits etwas, dass außer mir keine andere Person vor dem Raum stand und ich war mir unsicher ob die anderen vielleicht bereits drin waren aber es war ja noch kein Unterrichtsbeginn und somit wartete ich einfach vor dem Raum. Schließlich kam dann doch eine mir bekannte Person und ich stand schonmal nicht mehr alleine da, was mich ein wenig beruhigte. Es vergingen einige Minuten und dann war es in etwa die Zeit des Unterrichtsbeginns als immer mehr Menschen anderer Kurse/Klassen, wie auch immer, in den Flur kamen und auf ihre Lehrer warteten. Wir waren noch immer zu zweit.
Es ist so, dass der Englischunterricht für unseren Kurs in einem aus Containern gebauten Gebäude stattfindet und dort hört man einzelne Schritte aufgrund des Bodens ziemlich genau und laut und intensiv. Nun habe ich ja bereits geschildert dass mit einem Mal ziemlich viele Personen gleichzeitig diesen Boden betraten und sich auch nicht unbedingt leise dabei unterhielten. Dann hat sich in mir etwas abgespielt. Vermutlich auch durch den eh bereits erhöhten Stress- und Nervositätspegel bedingt, aufgrund der Anspannung vor der Klausur.
Nun waren da mit einem Mal diese vielen lauten Schritte und Stimmen, welche alle auf einmal kamen und den Flur des Containers ausfüllten. Rechts waren diese vielen, sich laut unterhaltenden und laufenden Menschen, links neben mir stand der Junge, mit dem ich Englisch habe und vor mir war die verschlossene Tür des Klassenraums. Mit einem mal hatte ich plötzlich das Gefühl kurz vor einer Panikattacke zu stehen. Schlagartig hat sich eines meiner Ohren verschlossen, etwas gerauscht, mein Kreislauf schien schlechter zu funktionieren, ich wurde innerlich extrem nervös und mein Herzschlag war viel intensiver zu verspüren als zuvor. Es hat sich alles verlangsamt und extrem unwirklich angefühlt. Zudem wurden meine Beine ein wenig weich und ich hatte das Gefühl ich würde zittern, vermutlich kam das aber nur vom innerlichen beben. Mir wurde leicht übel und ich hatte das Bedürfnis sofort flüchten zu wollen, wegrennen vor dieser Situation, vor den Gefühlen der Panik. Diese ganzen äußerlichen Umstände haben mich in dem Moment derart gestresst, dass es mir scheinbar viel zu viel wurde und ich mich fast inmitten einer Panikattacke wiederfand. Ich wäre am liebsten entweder, wie gesagt, weggerannt oder einfach zusammengesunken auf den Boden, hätte mich am liebsten zusammengerollt und hätte zu weinen angefangen. Klingt ziemlich übertrieben aber in dem Moment hat mein Körper mir diesen Wunsch und diese Signale vermittelt, da ich einfach aus der Situation weg wollte.
Ich habe versucht mir absolut nichts anmerken zu lassen, da ja auch links direkt neben mir der Junge aus meinem Englischkurs stand. Es wäre ziemlich schrecklich geworden wenn dieser Zustand sich tatsächlich weiter ausgebreitet hätte. Ich will es mir nicht vorstellen.
Mein Glück war in diesem Moment, dass es nicht mehr lange gedauert hat dass unser Englischlehrer hinter der Tür hervor blickte und uns in den Raum lies. Er hat mich quasi aus der Situation befreit und die sich ausbreitende Panik unterbrochen. Als wir in dem Raum waren wurde es von Moment zu Moment besser und ich konnte ein wenig durchatmen. Die Konzentration auf die Klausur wurde dann mit der Zeit auch besser und die Panik lies nach.

Es war innerlich schon ziemlich heftig und grenzwertig zu einer Panikattacke, wenn dies nicht schon eine leichte war. Ich bin ziemlich froh, dass nichts weiter passiert ist aber ich kann mir auch nicht unbedingt erklären weshalb unter diesen äußeren Umständen diese inneren Zustände aufgetreten sind und so plötzlich und intensiv.
Eventuell war es auch dieses Gefühl des Bedrängtseins, was mit reingespielt hat, ich weiß es nicht.

Diese Situation geteilt zu haben tut ein wenig gut, auch wenn es mir für die Umstände nichts bringt.

 

Aufgewühlt,
Anni

Fassung wahren

Gerade in diesem Moment probiere ich etwas Neues aus. Emotionsregulation durch schreiben.
Meine Stimmung ist demnach auch gerade nicht unbedingt die, mit der man sich umgeben möchte. Situationsbedingt.
Eigentlich keine Situation um in ein Loch zu fallen. Bei mir allerdings ist in etwa genau das passiert.

Wir hatten heute Nachmittag Unterricht und haben dort vor ca. 2 Wochen die Klausur geschrieben. Nachdem der Unterricht beendet war und ich mit zwei anderen Personen den Raum verlassen habe, hat eine der beiden Personen unsere Lehrkraft in dem Fach gefragt, wie die Klausur insgesamt so ausgefallen ist, da sie morgen zurückgegeben wird. Zunächst nichts Schlimmes. Es hieß zunächst, dass viele gute Klausuren dabei seien aber auch viele schlechte Klausuren. So wurde der Person, die diese Frage formulierte, gesagt dass ihre Klausur nicht so toll ausgefallen sei und wahrscheinlich nicht zweistellig sei. In der Oberstufe gibt es keine Noten mehr sondern Notenpunkte, bedeutet, 15 Pkt. = 1+, 14 Pkt. = 1, 13 Pkt. = 1- und so weiter. Auch zu der anderen Person sagte die Lehrkraft dass es nicht toll sei. Zunächst also scheinbar „alles“ gut. Dann allerdings wendete die Lehrkraft sich mir zu. Und dann kamen die Worte aus dem Mund, die für meine Stimmung und die Anspannung derzeit verantwortlich sind. Es waren Worte, die mir vermitteln sollten, dass auch meine Klausur diesmal nicht so toll gelaufen sei. Ich war zunächst ein wenig irritiert denn ich hatte meiner Ansicht nach damals nicht unbedingt das Gefühl dass es so schlecht gelaufen sei. Danach sprach die Lehrkraft noch davon, dass ich sonst immer so scharfsinnig gewesen sei und diesmal schien es nach den Worten der Lehrkraft ja offensichtlich nicht so gewesen zu sein. Ich muss dazu sagen, dass meine Klausuren in dem Fach eigentlich so gut wie immer um die 14 Punkte waren. Und zudem dann noch die Tatsache dass dies die einzige Klausur in dem Fach dieses Halbjahr ist, da nun das Abi ansteht, somit keine Chance mehr meine schriftliche Leistung auszugleichen.
Die Lehrkraft sagte zu der Person, die die Frage ausgelöst hatte noch, dass sie ja mündlich „Bombe“ sei und sie sich somit keine Sorgen machen brauche. Ich allerdings bin mündlich nicht so der große Redner. Wozu etwas aussprechen, wenn man es auch für sich behalten kann? Dementsprechend ist auch da das Ausgleichen schwierig.

Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, wie die Lehrkraft in Anbetracht meiner sonstigen Leistungen „nicht so toll“ definiert. Es gab schon mal so eine Situation wo die selbe Lehrkraft mir offenbarte, dass ich diesmal nicht die beste Klausur geschrieben habe (des Kurses). Da war die Notenpunktzahl dann 11 Punkte (Note 2). Ich kann aber nicht im Zusammenhang sagen ob nun ein ähnlicher Rahmen der Notenpunktzahl hinter den Worten „nicht so toll“ steckt oder ob es schlechter ist. Schlechter wäre ziemlich verletzend, für mich, innerlich. Einstellig wäre extrem schlimm. Es klingt vielleicht bescheuert, aber ich habe schon ein Problem damit wenn ich in den Fächern, wo ich gut bin, keine 13 Notenpunkte aufwärts habe. Und wenn es jetzt wirklich so schlecht ist, was dann? Scheinbar haben sogar Leute, die sonst nicht so gut sind, wirklich eine gute Klausur geschrieben. Und ich habe dann versagt? Offensichtlich. Die Lehrkraft hat ja auch nur von guten und schlechten Klausuren geredet. Wenn meine ja scheinbar nicht zu den Guten zählt, dann muss sie ja wohl schlecht sein.

Es hat mich in dem Moment echt ziemlich getroffen aber ich habe nur gequält gelächelt und mit meiner Gestik symbolisiert, dass es halt so ist. Ich habe nichts groß dazu gesagt oder meine Empfindungen dazu gezeigt. Innerlich hat sich eine sofortige Leere breit gemacht und nachdem ich alle verabschiedet hatte, da hätte ich am liebsten zu weinen angefangen, einfach die Tränen laufen gelassen. Das ist nicht passiert. Ich habe in der Situation und danach meine Fassung gewahrt. Vermutlich denken die Lehrkraft und die beiden anderen Personen ich nehme das so hin und mache mir keinen Kopf darüber. Kann ja mal so sein. Kann mal so sein, ja. Nein. Für mich darf es nicht sein. Gerade jetzt in der letzten Schulphase nicht. Eine große Anspannung hat sich nach den Worten der Lehrkraft breit gemacht und der Wunsch unschöne Dinge im Bezug auf mich selbst zu tun hat sich in meinem Kopf gezeigt. Ich bin dem Wunsch nicht nachgekommen. Stattdessen sitze ich gerade hier und schreibe. Ich schreibe meine Empfindungen von meiner Seele.

Ich habe ehrlich gesagt echt große Panik vor morgen. Was ist, wenn ich wirklich richtig versagt habe? Was dann? Ich traue mich nicht an morgen zu denken.

Meine Stimmung bewegt sich zwar immer noch im negativen Bereich aber durch das Schreiben ist die Anspannung ein wenig gesunken. Angst habe ich trotzdem noch immer. Wirklich Angst.

 

Ängstlich und traurig,
Anni

Schweigen

„Die Wirklichkeit eines anderen Menschen liegt nicht darin, was er dir offenbart, sondern in dem, was er dir nicht offenbaren kann. Wenn du ihn daher verstehen willst, höre nicht auf das, was er dir sagt, sondern vielmehr auf das, was er dir verschweigt.“
– Kahlil Gibran

 

„Ich hab dich noch nie essen sehen. Selbst bei 10 Stunden nicht.“
„Ja, ich fahre ja in den Freistunden immer nach Hause.“

Das -10 Stunden- bezog sich bei ihrer Aussage in dem Fall auf die Schule und somit die Unterrichtslänge von 8:00 Uhr bis 16:45 Uhr.

„Am Ende sagst du immer nur du bist vegan aber Zuhause -“
„Ja, natürlich, direkt n‘ ganzes Schwein.“ *lachend*

Sie selbst lebt nach ihrer Aussage ebenfalls vegan.

„Du ernährst dich einfach von Luft und Liebe. Du betreibst bestimmt Photosynthese, so wie die Bäume.“
„Genau, wenn man lange genug vegan lebt kann man irgendwann auch Photosynthese betreiben.“ *lachend*

Die Aussage kam nun von einer weiteren Person.

Das Lachen war nur äußerlich sichtbar und wohl eine reine Schutzmaßnahme meines Körpers. Innerlich machte sich die pure Verzweiflung und Scham breit. Auch Angst, wie ich denn auf die Aussagen reagieren sollte, meine Intuition schien das aber schon zu regeln. Ich musste ja offensichtlich entschieden haben diese Antworten zu geben, richtig nachgedacht habe ich wohl trotzdem nicht, sonst hätte ich bis heute vermutlich nicht geantwortet. In dieser Situation kam die Antwort allerdings fast unmittelbar nach der eigentlichen Aussage der anderen Person.
Die erste oben geschilderte Aussage der einen Person war nicht unbedingt rechtens. Sie hatte mich bereits zweimal auf Geburtstagen essen sehen. Zwangsläufig hatte sie das, zwangsläufig musste ich mir Nahrungsmittel zwischen die obere und die untere Zahnreihe schieben und diese mit Hilfe des Schluckreflexes durch die Speiseröhre in meinen Magen befördern. Vermieden hätte ich dies gerne. Zumindest das eine Mal hat sie diesen technischen Prozess in jedem Fall bei mir beobachten können, bei der anderen Situation bin ich mir doch nicht mehr komplett sicher. Dort war es meiner Meinung nach allerdings an meinem Teller zu sehen bzw. an dem, was sich neben dem Teller befand. Kleine Papierförmchen. In beiden Fällen war es vegan und das war ihr in den Situationen des Essens sicher auch bewusst, damals scheinbar noch. Für mich ist die Sache sowieso eindeutig klar, ich bin Veganer. Für sie war das offenbar vor ein paar Tagen nicht mehr so, sonst wäre vermutlich ihre Äußerung nicht so zustande gekommen.
Dass die Aussage in meinen Augen etwas seltsam war, war zu der Zeit allerdings nicht die wirkliche Sache, die mich an der Situation der Konversation störte. Es war mehr das Thema. Essen. Beobachtet werden beim essen. Wohl eher beim nicht essen. Unrecht hat sie jedoch nicht mit ihrer Aussage. Mich begleiten keine Lebensmittel zur Schule. Sie verlassen morgens nicht mit mir das Haus. Die einzige Ausnahme bildet die durchsichtige Flüssigkeit, die keinen Geschmack hat, das Trinkwasser. Dieses findet sich bei meinen Schulsachen. Manches findet sich davon nach einem Schultag in meinem Körper wieder, jedoch wohl zu wenig. Mit fester Nahrung hat mich allerdings seit Jahren keiner mehr in der Schule gesehen. Auffällig scheint es ja in einem gewissen Rahmen zu sein. Sollte das nicht eigentlich einfach niemanden interessieren? Nimmt mein Körper so einen großen Teil eines Blickfeldes ein dass man sich die Frage nach dem Essen stellt und die nach dem offensichtlichen nicht essen in der Schule? Das wissen wohl nur die anderen Personen.
Eine Lehrerin von mir war zu dem Zeitpunkt dieser Konversation nur ein paar Meter entfernt und hat das Gespräch mit relativer Sicherheit mitbekommen. Was denkt sie wohl zu dieser ganzen Sache? Denkt sie überhaupt etwas dazu? Mein Kopf schreit: Natürlich denkt sie was dazu, sie urteilt über dich!. Aber wissen kann ich es wohl doch nicht.
Würden diese Leute sagen dass mein Verhalten und meine Beziehung im Bezug auf Lebensmittel außerhalb der Norm und des (nach ihren subjektiven Ansichten) „Normalen“ liegt? Vielleicht, vielleicht nicht, ich weiß es nicht. Solange sie allerdings mein wirkliches Essverhalten (ich mag das Wort nicht, es klingt so therapeutisch) nicht kennen, werden sie dies auch nicht als eine Frage in ihren Köpfen vorfinden, es sei denn sie denken sich etwas dazu, auch das kann ich nicht wissen, aber diese Vermutungen, die sie dann hätten, wären vermutlich nicht der Wirklichkeit entsprechend.
Das nicht so wirklich echte Lachen hat meine eigentlichen Gedanken und Gefühle zu diesem Zeitpunkt vermutlich überdeckt aber ich war wirklich froh als dieses Gespräch vorbei war. Zu diesem Zeitpunkt war, ein Glück, gerade Pause und da ich sowieso auf die Toilette musste habe ich mich nach der Konversation erst einmal dorthin verzogen. Ein paar tiefe Atemzüge habe ich dort genommen und als ich mich schließlich neben den Personen, die die oben genannten Aussagen getätigt hatten, wiederfand war das Gespräch zum Glück vorbei und ich dann ein wenig erleichtert. Die Gedanken darüber sind, wie man wohl hier merkt, in meinem Kopf trotz des zeitlichen Abstands einiger Tage immer noch nicht vorbei.

Trotzdem wird mich wohl weiterhin ein schweigen und nach außen hin lächeln begleiten. So ist es wohl.

 

Schönen Abend noch, mit hoffentlich weniger intensiven Gedanken,

Anni

Beautiful

„You are beautiful the way you are
And you are you because
You have your scars
And words can hurt like bullets
Never let them break your wings
Don’t you know you’re beautiful
You magic little thing?
And you should know that
You are beautiful the way you are.“

– Sunrise Avenue

 

Anni

 

Angst #3

„Ich fürchte mich nicht, ich hab bloß Angst.“
– Graffito

Es gibt Tage an denen habe ich mehr Angst als an anderen Tagen.

Oftmals ist dies den Umständen des Tages verschuldet und den Ereignissen die an solch einem Tag bevorstehen.
Es gibt aber auch Tage an denen es keinen Grund für Ängste gibt. Naja, zugegeben, an den anderen Tagen sind die Ängste auch unbegründet bzw. vor den Situationen vor denen ich Angst habe, da würden „normale“ Menschen wohl kein Problem mit haben.

Die Tage, an denen man nach Gründen für die Angst vergeblich sucht, sind nicht so selten aber dort endet die Angst zum Glück auch eher selten in einer Art Panik.

Wie definiert sich der Begriff Angst? Vermutlich versteht jeder Mensch unter Angst etwas anderes. Zumindest würde der eine Mensch schon ab einer leichten Nervosität von Angst sprechen und ein anderer beginnt bei Panik von Angst zu sprechen.

Der Tag gestern bis heute Morgen war gefüllt mit vielen Angstsituationen mit denen ich teilweise gleichzeitig konfrontiert war.
All diese Angstsituationen waren solche, bei denen „normale“ Menschen wohl keine Angst empfinden würden, bis auf eine.

Grundsituation war die, dass ich auf einen Geburtstag eingeladen war. Ein 18. Zum Glück war es nachfeiern des Geburtstages und nicht reinfeiern.

Vor was ich alles Angst hatte liste ich der Einfachheit halber hier einmal auf:

  1. Das Auto tanken (Fremde Menschen an der Tankstelle, stelle ich mich dämlich an?, beobachten mich die anderen Menschen während ich tanke?, mache ich alles richtig beim Tanken?, finde ich die Einfahrt?, habe ich genug Geld dabei?, ist die Tankstelle sicher?, Interaktion mit jemand anderem beim Bezahlen, verhalte ich mich peinlich beim Bezahlen?, sage ich die richtige Nummer der Tanksäule?, laufe ich rot an? und und und…)
  2. Einen Parkplatz finden (Finde ich einen Parkplatz?, ich habe Angst so weit alleine zu laufen wenn ich so weit weg parken muss, schauen andere Leute wie ich einparke?, baue ich auch keinen Unfall beim parken?, was denken andere Leute wenn ich immer wieder die selbe Strecke fahre weil ich einen Parkplatz suche?, darf ich überhaupt da parken wo ich stehe? und und und…)
  3. Zu meiner Freundin nach Hause gehen (Über was können wir am Anfang reden?, ist die Mutter zuhause?, kann ich nochmal aufs Klo?, stelle ich mich peinlich an? und und und…)
  4. Zum Ort der Geburtstagsfeier gehen (Finden wir den richtigen Ort?, spricht uns unterwegs jemand an?, kommen wir zu früh?, kommen wir zu spät?, fremde Menschen unterwegs, wird uns was geklaut?, was denken die Leute über mich? und und und…)
  5. Beim Ort der Geburtstagsfeier ankommen (Wer ist alles schon da?, wie soll ich die anderen Leute begrüßen?, wie soll ich den Vater begrüßen?, was soll ich sagen?, mit wem soll ich reden?, wohin soll ich gehen?, was soll ich als erstes machen wenn ich angekommen bin? und und und…)
  6. Beim Geburtstag grillen (Wie viel darf ich essen?, gibt es was veganes?, was ist alles vegan?, wo soll ich sitzen?, was soll ich trinken?, Angst nach Gemüse zu fragen, was denken die anderen wenn ich esse?, Angst vorm angestarrt werden beim Essen, mit wem soll ich am Tisch reden?, Angst vor Stille am Tisch, Angst vor angesprochen werden beim Essen, Angst vor Fragen, wo soll ich hinschauen beim Essen?, bin ich zu dick?, esse ich den anderen was weg?, stelle ich mich peinlich an?, werde ich rot beim essen? und und und…)
  7. Restlicher Geburtstag (Akzeptieren die anderen dass ich keinen Alkohol will?, sieht man auch nichts von meinen Armen?, kommen keine peinlichen Fragen?, gibt es Toiletten?, gefällt mein Geschenk?, werde ich was privates gefragt?, halte ich die Anspannung aus?, muss ich auch nichts machen was ich nicht will?, trinken die anderen auch nicht zu viel?, bleibt die Stimmung gut?, mögen mich die anderen?, kann ich meine Maske halten? und und und…)
  8. Taxi fahren (Ist das Taxi seriös?, ist der Taxifahrer nett?, kann was passieren?, tut der Fahrer uns was an?, haben wir genug Geld?, was sollen wir tun wenn was passiert?, bringt der Fahrer uns zur richtigen Stelle?, hält das Taxi dann wirklich an?, was könnte zwei Mädchen im dunkeln im Taxi alles passieren?, könnten wir vergewaltigt werden?, könnten wir entführt werden?, werden wir ums Geld betrogen?, wann kommt das Taxi?, wo sollen wir warten?, findet das Taxi den Ort? und und und…)
  9. Bei meiner Freundin übernachten (Wie kann ich mich umziehen ohne dass meine Narben auffallen und mein Körper angeschaut werden kann?, stehe ich das Frühstück durch?, wie lange können wir schlafen?, kann ich schlafen? rutschen meine Ärmel nachts nicht hoch?, wann soll ich am nächsten Tag gehen?, kann ich auch hier fröhlich bleiben?, was denkt die Mutter?, was soll ich zum Abschied sagen? und und und…)
  10. Mit dem Auto nach Hause fahren (Ist das Auto noch da?, ist das Auto noch heil?, durfte das Auto dort stehen?, ich habe Angst alleine zum Auto zu laufen, baue ich auch keinen Unfall?, werde ich auch nicht angehalten? und und und…)

So grob zusammengefasst waren das einige Angstsituationen und die Gedanken die sich wieder und wieder dabei in meinem Kopf abgespielt haben, innerhalb eines kurzen Zeitraumes. Am Ende habe ich alles überstanden, jedoch war es mental sehr anstrengend für mich.

Angst ist ein ständiger Begleiter. Nicht nur bei mir, auch bei anderen. Der Umgang mit dieser ist jedem selber überlassen und kommt zudem auch auf die Situation an und auf die Stärke der Angst.

Ich habe mir keine dieser Ängste anmerken lassen, das zerrt. Aber man weiß nie ob nicht jemand anderes innerlich auch so empfindet.

 

Schönen und entspannten Abend noch,
ich brauche nach dieser Zeit jetzt erstmal etwas Ruhe,

Anni

freak.

 

Sind Depressionen heilbar?

Ich lese und höre immer etwas unterschiedliches dazu.

Ich glaube, ganz ehrlich, man kann Depressionen nie ganz heilen, so, wie andere psychische Erkrankungen auch nicht.

Wenn es überhaupt „Erkrankungen“ sind und sie nicht nur so genannt werden weil sie von den „normalen“ gesellschaftlichen Werten abweichen…

Jedenfalls, ich glaube solche psychischen „Veränderungen“ prägen ein Leben lang und beeinflussen einen unterbewusst jederzeit. Solche zu einem zugehörigen Dinge kann man nicht mal eben loswerden. Das Krebs ganz geheilt wird und nie wieder kommt ist auch sehr unwahrscheinlich, auch, wenn dieser Vergleich hier vielleicht etwas unverhältnismäßig erscheint.

 

Wird fahren mit der Klasse in 1,5 Wochen auf Kursfahrt nach Italien.
Ich werde nicht mitfahren, ich trau mir das momentan nicht zu und ich glaube nicht, dass ich das mit meiner aktuellen Stimmung schaffe. Ich habe zu viel Angst davor.
Außerdem bin ich dafür einfach zu fertig.
Ich kläre morgen mit meinem Arzt ab ob der mich dann für die Woche krank schreiben kann.
Ich muss zwar so oder so nicht mitfahren aber wenn ich das vorher sage dann muss ich andere Aufgaben in der Woche in der Schule machen (Garten pflegen, Unkraut jäten etc.) oder so lange in eine andere Klasse bzw. Stufe weil zu der Zeit der komplette Jahrgang auf Kursfahrt ist. Das wäre der Horror. Und andererseits weiß keiner in der Klasse und auch die Lehrer nichts von  meiner „Macke“. Da wäre ich wohl nur der Freak…
Ich hoffe mein Arzt macht das, aber ich denke schon.
Mitfahren werde ich auf keinen Fall, auch wenn ich dann eine Freundin enttäusche aus der Klasse aber sie weiß auch nichts und sie wird dann auch denken ich sei krank, körperlich krank.

 

Meine Kraftreserven sind wieder total erschöpft.

Ich frag mich, wie lange das alles noch so gehen kann.
Gefühlt stehe ich kurz vor einem Burnout, ich hab die Ferien durchgearbeitet, rackere jetzt jeden Tag, Klausuren, Präsentationen etc.
Irgendwann geht das doch nicht mehr…

Die Erschöpfung überwiegt..

 

Hier ein Lied, welches ich momentan gerne höre:

 

 

Macht es gut und besser,
viel Kraft!

Anni